Nach einer Impfung auftretendes Fieber ist ein normaler Vorgang innerhalb des entzündlichen Prozesses im Körper. Manchmal wird nach routinemäßigen Impfungen bei Kindern vorbeugend Paracetamol verabreicht, um die Sorgen der Eltern bezüglich hohen Fiebers oder Fieberkrämpfen zu zerstreuen. Paracetamol, prophylaktisch gegeben, verringert zwar Fieberschübe nach Impfungen, verringert jedoch auch die immunisierenden Reaktionen der Kinder auf die Antigene der Impfstoffe.

Die vorbeugende Gabe von Paracetamol kann vor diesem Hintergrund daher nicht mehr empfohlen werden. Dies sind die Folgerungen eines aktuellen Artikels, verfasst von Professor Roman Prymula von der University of Defence in Hradec Kralove (Königsgrätz) sowie Kollegen.

Die Forscher analysierten außerdem zehn frühere Studien, und ihre Ergebnisse stützen die Annahme, dass Paracetamol maximal störend auf die Immunreaktionen einwirkt, wenn es frühzeitig gegeben wird. Wird das Medikament hingegen therapeutisch verwendet, wenn Fieber und entsprechende entzündliche Signale bereits eingesetzt haben, dann kann der Effekt (wenn überhaupt vorhanden) als kleiner angesehen werden.
Die Autoren folgern: „Die klinische Bedeutung dieser immunologischen Erkenntnisse ist nicht bekannt und muss weiter untersucht werden. Die prophylaktische Gabe von fiebersenkenden Medikamenten zum Zeitpunkt der Impfung sollte dessen ungeachtet ohne sorgfältige Abwägung des zu erwartenden Nutzens und Risikos nicht länger routinemäßig empfohlen werden.“
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