Ärzte vom Universitätsklinikum Münster (UKM) haben erstmals von einer Resistenz gegen das Grippemittel Oseltamivir (Tamiflu®) bei deutschen Patienten berichtet. Die Resistenz habe sich während der Therapie bei zwei Patienten entwickelt. Der Virologe und Oberarzt Professor Dr. Joachim Kühn und seine Mitarbeiter vom UKM konnten die Patienten vor, während und nach der Therapie mit Tamiflu beobachten. «Diese Ergebnisse belegten, wie rasch sich eine Resistenz gegen die wenigen, derzeit verfügbaren Medikamente entwickeln kann», heißt es in einer Pressemitteilung. Der ärztliche Direktor des UKM, Professor Dr. Norbert Roeder, appellierte an das Verantwortungsbewusstsein von Ärzten und Patienten: «Niemand sollte leichtfertig Tamiflu zu sich nehmen.» Die Neuraminidase-Hemmer sollten nicht bei Verdacht auf Schweinegrippe, sondern nur wenn das H1N1-Virus nachgewiesen ist und bei dem Patient eine chronische Erkrankung vorliegt zum Einsatz kommen. «Nach wie vor raten wir ganz dringend zur Impfung, da nur dadurch ein Schutz entstehen kann», betonte Roeder. «Trotz der aktuellen Meldungen zum Abflauen der Neuinfektionen sollte die Grippe nicht auf die leichte Schulter genommen werden.»

Quelle: PZ-Online

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