Wenn es im Kopf hämmert, im Rücken zieht oder sich die Gelenke nur widerwillig beugen lassen, sind Schmerzmittel ein wahrer Segen. Aber wie finden diese Arzneimittel so zielgenau zum Ort des quälenden Geschehens?

Das aus dem Schlafmohn gewonnene Opium kann man als das älteste Schmerzmittel überhaupt bezeichnen. Es wirkt direkt im Gehirn und den schmerzleitenden Nerven im Rückenmark. Dort zieht es quasi den Stecker, sodass Schmerzreize aus dem gesamten Körper nicht mehr durchdringen. Dadurch dämpft es den Schmerz sehr stark, aber ungenau und mit enormen Nebenwirkungen.

Darauf aufbauend arbeiten Heilkundige und Wissenschaftler seit Jahrhunderten daran, „intelligentere“ Schmerzmittel zu entwickeln. Also solche, die nicht gleich den kompletten Menschen lahmlegen, sondern wissen, wo sie im Körper gebraucht werden. Mit Erfolg!

Die in Weidenrinde enthaltene Salicylsäure war Ausgangspunkt für das bis heute erfolgreichste Schmerzmittel weltweit: die Acetylsalicylsäure, abgekürzt ASS. Diese Substanz verhindert, dass der Körper sogenannte Prostaglandine bildet, die Schmerzen und Entzündungen vorantreiben. Weniger Prostaglandine = weniger Schmerz. Das funktioniert sehr gut, und die Nebenwirkungen sind überschaubar, wenn man den Wirkstoff nur gelegentlich einnimmt.

Mittlerweile gibt es eine Reihe von Substanzen, die auf ähnliche Weise wirken. Unter anderem gehören Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen dazu. Noch treffsicherer als ihr „Urahn“ ASS knöpfen sie sich im Körper Entzündungsherde vor. Sie werden von ihnen geradezu angezogen.

Für viele Schmerzarten sind heute Arzneimittel ohne Rezept erhältlich. Der Apotheker kann je nach Ursache ein geeignetes Mittel empfehlen. Nervenschmerzen, sehr starke oder häufig wiederkehrende Schmerzen gehören jedoch in die Obhut eines Arztes. Er klärt, was dahinter steckt und entwirft eine maßgeschneiderte Schmerztherapie.

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