Mit dem Frühling beginnt die Zeit des Bärlauchs (Allium ursinum). Wer den kräftigenden Bärlauch schätzt, freut sich auf den Frühling, wenn die duftenden Blätter im Wald spriessen. Doch aufgepasst: nicht alles, was wie Bärlauch aussieht, ist auch Bärlauch! In nächster Nähe echten Bärlauchs findet man oft Giftpflanzen, an die man kaum denkt, weil sie zu dieser Jahreszeit nur Blätter, jedoch keine Blüten tragen. Es handelt sich um die Maiglöckchen (Convallaria sp.) und um die Herbstzeitlosen (Colchicum sp.). Letztere enthalten ein hochwirksames Zellgift, das Colchicin, von dem schon weniger als 1 mg pro kg Körpergewicht lebensgefährlich ist. Dem Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrum sind in den letzten 10 Jahren jährlich durchschnittlich 15-16 Unfälle mit Herbstzeitlosen gemeldet worden. Seit 1996 endeten fünf Vergiftungen tödlich, weitere neun verliefen mit schweren Symptomen.
Merkmale zur Unterscheidung:

Blätter des Bärlauch gestielt, elliptisch, charakteristischer Knoblauchgeruch

Blätter der Herbstzeitlosen ungestielt, lanzettenförmig, ohne Geruch


Sollten Uebelkeit, Erbrechen und heftige Durchfälle einige Stunden nach Genuss einer Bärlauchmahlzeit auftreten, rufen Sie am besten sofort das Tox-Zentrum an, denn bei einer allfälligen Colchicinvergiftung darf keine Zeit verloren werden.

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