Der scharfe Geschmack des Meerrettichs (syn. Armoracia rusticana) ist den meisten bekannt. Die Pfahlwurzel wird sowohl zum Verfeinern von verschiedenen Gerichten als auch zu medizinischen Zwecken verwendet. Meerrettich bedeutet „über das Meer zu uns gekommener Rettich“, wobei damit die fremdländische Herkunft und nicht das Meer an sich gemeint ist.

Die Pflanze wächst in fast ganz Europa und bevorzugt feuchte Standorte. Die frische, unverletzte Wurzel enthält unter anderem die Glucosinolate (Senfölglykoside) Gluconasturtin und Sinigrin. Bei Verletzung kommen die geruchlosen Senfölglykoside in Kontakt mit abbauenden Enzymen (Myrosinasen) und es entstehen scharf schmeckende Senföle (ca. 90% Allylsenföl).

Die Senföle haben antimikrobielle, krampflösende, zytotoxische und hautreizende Eigenschaften. Ebenso zahlreich sind die Indikationen: Äusserlich wird Meerrettich bei Katarrhen der Atemwege, Myalgien und leichten Muskelschmerzen verwendet. Bei der innerlichen Anwendung stehen Atemwegserkrankungen im Vordergrund. Bei Harnwegserkrankungen wird Meerrettich unterstützend gebraucht. In der Volksmedizin wird die Droge auch bei Gicht, Rheuma und Erkrankungen von Leber und Galle eingesetzt.

Meerrettich-Honig, ein altes Hausmittel, soll bei zähem Bronchialschleim hilfreich sein: 1 TL frisch geraspelte Meerrettichwurzel mit 3 TL Honig vermischen und 3- bis 5-mal täglich je 1 TL voll einnehmen.

Quelle:
-Zeitschrift für Phytotherapie, 6/2008/p299
-Jaenicke et al.; Handbuch Phytotherapie; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2003; p356
-Van Wyk et al.; Handbuch der Arzneipflanzen; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart2004; p52

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