Profiradsport gehört zu den extremsten Belastungen für den Energiestoffwechsel. So legt ein Berufsradrennfahrer jährlich 35 000 Trainingskilometer und mehr zurück, hat 100 bis 120 Wettkampftage pro Jahr zu absolvieren mit einer täglichen fünf- bis siebenstündigen Wettkampfdauer. Bei der Tour de France steigt der Energieverbrauch während der Bergetappen auf 8000 bis 10 000 Kilokalorien pro Tag an.

Die Profiradler gelangen immer wieder an die Grenzen ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit, weil sie – wie etwa bei der Tour de France – trotz ausgeklügelter Nährstoffzufuhr ein permanentes Defizit im Energiestoffwechsel aufweisen: Es ist schwierig, den enormen Energiebedarf während der siebenstündigen
Etappen abzudecken.

Um ihren enormen Energiebedarf abzudecken, müssten die Radsportler bei der Tour de France, bei der sie über drei Wochen täglich bis zu 240 Kilometer zurücklegen, möglichst alle zwanzig Minuten Kohlenhydate und Flüssigkeit zu sich nehmen. Das klappt jedoch oft aus Zeitmangel nicht. So kommt es nicht selten zur Unterzuckerung und zum Ungleichgewicht der Flüssigkeitsbilanz mit der Folge eines Leistungsknicks. Die Speisenfolge für die Wettkampfsportler während der Tour de France sieht folgendermaßen aus: Zum Frühstück schon stehen Brot, Müsli in jeglicher Form, Milch, Fruchsäfte sowie Reis und Spaghetti auf dem Tisch. Das zweite Frühstück fällt nicht viel kohlenhydratärmer aus. Leicht verdauliche Kohlenhydrate in Form von Energiedrinks oder Energieriegeln werden während des Wettkampfes kontinuierlich konsumiert. Außerdem sollten während des Rennens ein bis anderthalb Liter Flüssigkeit pro Stunde getrunken werden, was oft nicht eingehalten werden kann. Neben dem Frühstück ist das Abendessen die größte Mahlzeit: Verzehrt werden Fleisch, Fisch, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Gemüse, Obst und ein reichliches Dessert. Vor dem Wettkampf und währenddessen wird der Kohlenhydratanteil in der Nahrung der Radrennfahrer auf 60 bis 80 Prozent erhöht, um über die aufgeladenen Kohlenhydrat- und Glykogenspeicher in den Muskeln und der Leber eine Ausdauerbelastung zu gewährleisten. Nudeln als ideale Energielieferanten gehören zur Hauptnahrung der Radrennprofis. Es werden eigens italienische Köche für die Tour de France eingeflogen, um zu gewährleisten, daß die Pasta al dente verabreicht wird. Die oft süße, kohlenhydratreiche Wettkampfkost und der Wettkampfstreß haben ihre Folgen: Bei vielen Fahrern führt eine Übersäuerung des Magens zu Sodbrennen und leichten Gastritiden. Es kommt zur Schwächung des Immunsystems. Da kann ein leichter Infekt im Verdauungstrakt mit der Folge, daß die Fahrer nicht die erforderliche Essensmenge zu sich nehmen können, schon das Ende des Rennens bedeuten.

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