Reisethrombose und Economy-Class-Syndrom sind Themen, die während der Ferienzeit besonders aktuell sind. Nicht nur lange Flugreisen (>4 Stunden) sondern auch lange Auto- und Busreisen können für bestimmte Personengruppen ein potentielles Risiko sein. Die prophylaktischen Massnahmen richten sich nach den vorhandenen Risikofaktoren. Zu den leichten Risikofaktoren zählen zum Beispiel Adipositas, Krampfadern, orale Kontrazeptiva, Rauchen und Alter über 40. Als hohes Risiko werden unter anderem folgende Faktoren eingestuft: Thromboseanamnese, bestehende Blutgerinnungsstörungen, kürzliche grössere Operationen, Gips.

Vorbeugend wirksam und allen Reisenden zu empfehlen sind eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens ¼ L Wasser pro 2 Stunden) und Bewegung (Aufstehen und Umhergehen, stündlich für ca. 5 min; Fusskreisen, Betätigung der Wadenpumpe).

Bei leichten Risikofaktoren empfehlen sich zusätzlich Kompressionsstrümpfe der Klasse 1-2. Die früher empfohlene Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) wird in der aktuellen Literatur nicht mehr befürwortet. Es gibt keine eindeutigen Belege, dass ASS im venösen Bereich ausreichend wirksam ist.

Besteht ein hohes Thromboserisiko, sind ebenfalls Kompressionsstrümpfe empfohlen. Laut Literaturangaben kann 1-2 Stunden vor Abreise niedermolekulares Heparin (4000 – 5000 I.E. s.c., z.B.Fragmin 5000 I.E., Clexane 4000 I.E., Fraxiparin <50kg: 1×0.2ml, 50-69kg: 1×0.3ml, >70kg:1×0,4ml) verabreicht werden. Manche Autoren empfehlen eine zusätzliche Injektion 24h nach Reisebeginn bzw. erster Applikation. Hochrisikopatienten sollten sich vor einer längeren Reise unbedingt ärztlich untersuchen lassen.

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