Einen natürlichen Mückenschutz haben israelische Forscher entdeckt: Sie identifizierten Moleküle, mit deren Hilfe Stechmücken die Anwesenheit ihrer Fressfeinde erkennen. Diese Warnsignale könnten im Kampf gegen Malaria und andere durch Stechmücken übertragene Infektionskrankheiten eingesetzt werden, berichten Forscher um Alon Silberbush von der Universität Haifa im Fachjournal »Ecology Letters« (doi: 10.1111/j.1461-0248.2010.01501.x). Das Team um Silberbush untersuchte die Beziehung zwischen der Stechmückenart Culiseta longiareolata und ihrem Fressfeind Notonecta maculata, einer Rückenschwimmer-Art. Diese Spezies frisst die im Wasser lebenden Mückenlarven. Stechmückenweibchen meiden daher Gewässer als Eiablageplatz, in denen sie den Rückenschwimmer vermuten. Wie die Mücken die Anwesenheit des Fressfeinds erkennen, war bislang unklar. Nun identifizierten die Forscher zwei Moleküle, n-Heneicosan und n-Tricosan, die Rückenschwimmer in die Luft abgeben. Die Substanzen zählen zu den sogenannten Kairomonen: Botenstoffe, die der Kommunikation zwischen unterschiedlichen Arten dienen und die ausschließlich dem Empfänger nutzen. Die Kairomone könnten dazu dienen, die Populationsdichte von infektionsübertragenden Mücken zu reduzieren, hoffen die Forscher. Das Ausbringen der Substanzen in Brutgebieten von Stechmücken würde die Tiere dazu zwingen, längere Zeit mit der Suche nach einem Eiablageort zu verbringen und eventuell bei dieser Suche zu sterben. Das Mortalitätsrisiko liegt bei 20 Prozent pro Tag.

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