Calcium-Supplemente können das Herzinfarktrisiko erhöhen. Dies ergab eine Metaanalyse von elf randomisierten placebo-kontrollierten Studien mit insgesamt 12 000 Teilnehmern, berichtet ein Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Ian Reid von der Universität Auckland in Neuseeland im »British Medical Journal« (doi: 10.1136/bmj.c3691). Die Probanden erhielten mehr als 500 mg des Mineralstoffs in Form von Supplementen oder Placebo und wurden im Schnitt über 3,6 Jahre beobachtet. Die Analyse der Studien ergab, dass unter Calcium-Supplementation, wie sie zur Osteoporoseprophylaxe eingesetzt wird, das Herzinfarktrisiko um 30 Prozent im Vergleich zur Kontrollgruppe erhöht war. Auch das Risiko für Schlaganfälle war geringfügig erhöht, während die Gesamtmortalität sich in beiden Gruppen nicht signifikant unterschied. Trotz der geringen Risikosteigerung könnte der Effekt wegen der starken Verbreitung der Präparate groß sein, schreiben die Autoren. Sie raten dazu, die Rolle der Calcium-Supplementation in der Osteoporoseprophylaxe zu überdenken.

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