Britische Wissenschaftler haben im Tierversuch gezeigt, dass sich die innere Uhr über ein bestimmtes Enzym in ihrer Geschwindigkeit beeinflussen lässt. Damit bietet sich möglicherweise ein neuer Ansatz zur Behandlung von Jetlag oder auch psychischen Erkrankungen, die mit Störungen des zirkadianen Rhythmus zusammenhängen.

Die innere Uhr, die für den Biorhythmus des Menschen wichtig ist, wird durch verschiedene Enzyme gesteuert. Zu ihnen gehört die Casein Kinase 1. Sie beeinflusst die Geschwindigkeit, mit der andere am zirkadianen Rhythmus beteiligte Enzyme abgebaut werden und darüber die Geschwindigkeit, mit der die innere Uhr läuft. Im Tierversuch konnten Wissenschaftler um Andrew Loudon nun zeigen, dass sich die Casein Kinase 1 gezielt hemmen und darüber der zirkadiane Rhythmus kontrollieren lässt. Für ihren Versuch verwendeten die Forscher Mäuse. Sie besitzen einen ähnlichen Tag-Nacht-Rhythmus wie der Mensch, weshalb die Studienautoren davon ausgehen, dass die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind. Die Kontrolle der inneren Uhr würde nicht nur Jetlag-geplagten Vielreisenden helfen, sie wäre auch für Schichtarbeiter hilfreich oder bei psychischen Störungen ein neuer Ansatz.

Quelle: Meng, Q.-J. et al.: PNAS 2010; 107 (34): 15240-15245

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