Gute Nachrichten gab es in diesem Jahr wie Bläschen im Sektglas, man muss sie nur erkennen wollen.

Dazu gehört auch, dass die Welt manchmal doch gerecht ist und sich die Schönen und Reichen nicht überall besser stehen als die konventionell Werktätigen. Brad Pitt, Heidi Klum, Til Schweiger oder Penelope Cruz dürfen sich ob ihrer superschlanken Silhouette zwar über die ebenso kurzfristige wie oberflächliche Anerkennung der restlichen Menschheit freuen, wirklich gesund ist ihr Aussehen aber nicht. Gesünder sind wir Normalgewichtigen, zumindest dann, wenn das Fett an der richtigen Stelle sitzt. Nicht am Bauch, da ist es schlecht.

Po, Hüften und Schenkel sollten drall aus­fallen, haben Wissenschaftler von der Universität Oxford herausgefunden. An jenen Körperstellen angesiedelt, mindern die nur scheinbar überflüssigen Funde das Risiko, an Diabetes oder Herzinfarkt zu erkranken. Jetzt haben wir die einmalige Chance, die dritte Gänsekeule mit einem nonchalanten »Eigentlich bin ich satt, ich tu es allein für meine Gesundheit« auf unsere Teller zu wuchten. Wer könnte dazu Nein sagen?

Einen großen Auftritt hatte 2010 auch der Schlaf. Dem Hyperaktiven gilt er vielleicht als lästig, Menschen mit wissen­schaftlichem Verständnis erkennen ihn mehr und mehr als Heilsbringer. Schlaf, sagen Forscher, hilft nicht nur gegen Müdigkeit, er macht auch schön und schlau. Sagen Sie selbst: Mehr geht nicht. Doch der Reihe nach. Wissenschaftler vom Karolinska Institut ins Stockholm haben Versuchspersonen Fotos von Menschen gezeigt, die in der Nacht zuvor acht oder fünf Stunden geschlafen hatten. Das Votum fiel eindeutig aus. Nach acht Stunden Schlaf sehen die Menschen besser aus als nach fünf Stunden. Wir haben darauf bereits reagiert. Vor 10 Uhr fängt bei uns niemand mehr an zu arbeiten, denn gut auszusehen ist für uns Pflicht. Und wenn man beim Schlafen auch noch schlauer wird, dann wäre es ja geradezu fahrlässig, das Bett den Rest des Tages zu meiden.

Kommen wir zur Kategorie Tiere.

Die Ehrung »Tier des Jahres« hat sich in diesem Jahr eine Fliege verdient. Die Schmeißfliege Lucilla cuprina führt nämlich einen ebenso segens- wie erfolgreichen Kampf gegen Bakterien. Ihre Maden bilden dankenswerterweise ein antibiotisch wirksames Sekret, gegen das selbst die ansonsten recht findigen MRSA-Keime schutzlos sind. Lässt man die Maden an menschlichen Wunden knabbern, entfernen sie nicht nur das nekrotische Gewebe, sondern desinfizieren gleichzeitig die Wunde. Und es kommt noch besser. Wie Wissenschaftler in Singapur festgestellt haben, produzieren die Maden auch Gase mit antibiotischem Potenzial. Die Firma Origin Scientia aus Singapur, die mit Lucilla cuprina schon heute gutes Geld verdient, denke nun über ein entsprechendes Spray nach, sagt die Managerin Donny Lim. Ob Madenfürze in Dosen ein Exportschlager werden könnte, erscheint uns allerdings zweifelhaft. Da müsste das Wirkprofil schon extrem überzeugend ausfallen.

Voilà, das wärs gewesen für 2010. Es bleibt mir nur noch, Euch allen einen guten Rutsch und ein glückliches und, vor allem, gesundes neues Jahr zu wünschen.

Ären Apdikter 😉

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