Placebos können auch dann wirken, wenn der Behandelte weiß, dass er ein Scheinmedikament bekommt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von US-amerikanischen und britischen Wissenschaftlern an 80 Patienten mit einem Reizdarmsyndrom. Die Gruppe der mit einem Placebo behandelten und darüber aufgeklärten Probanden vermeldeten deutlich häufiger eine Besserung ihrer Symptome im Vergleich zu einer Kontrollgruppe.

Die Studie wurde an 80 Patienten durchgeführt, wobei die eine Hälfte der Teilnehmer keine Behandlung erhielt, die restlichen erhielten Zuckerpillen, die sie zweimal täglich einnehmen sollten. Die Wissenschaftler informierten diese nicht nur ausführlich, die Verpackung der Scheinmedikamente war zusätzlich mit dem Vermerk „Placebo“ gekennzeichnet.

Nach drei Wochen vermeldeten im Vergleich zur Kontrollgruppe doppelt so viele Patienten der Placebogruppe eine Besserung ihrer Beschwerden. Dieses Ergebnis entspricht der Wirkung von realen Medikamenten gegen die Beschwerden des Reizdarmsyndroms.

Offensichtlich reichen bereits gewisse medizinische Rituale und nicht – wie bisher angenommen –  der feste Glauben des nicht informierten Patienten an Scheinmedikamente für einen positiven Effekt aus. Weitere Studien sollen jetzt zeigen, ob Ärzte eine Placebo-Medikation auch nutzen können, ohne den Behandelten im Unklaren lassen zu müssen.

Quelle: Kaptchup, T.J. et al.: PloS ONE, Online-Vorabpublikation, DOI:

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