Der Erwerb von illegal gehandelten Hormonpräparaten im Internet ist mit hohen Gesundheitsrisiken verbunden. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören bei Männern Brustwachstum oder Verkleinerung der Hoden, Akne, Haarausfall, Störungen des Fettstoffwechsels, Leberschäden sowie Herzrhythmusstörungen. Weitere Gefahren gehen von Fälschungen und Verunreinigungen aus.

Wirkstoffe, die Muskelkraft und -masse erhöhen sollen, sind vor allem bei Sportlern und Bodybuildern im Umlauf. Sie können illegal im Internet erworben werden, wo sie teilweise auch als Schlankheitsmittel und Anti-aging-Wundermittel angepriesen werden. Im Jahr 2002 wurde die Zahl der illegalen Konsumenten in Deutschland auf 200.000 geschätzt. Ein legales Einsatzgebiet von Anabolika ist der Eiweißaufbau bei extremer Auszehrung, wenn Diäten nicht ausreichend helfen, zum Beispiel bei Krebserkrankungen.

Eingesetzt werden eine Vielzahl von Testosteronderivaten. Ein Beispiel ist Nortestosteron, das auch unter der Bezeichnung Nandrolon bekannt ist.  Weitere weltweit erhältliche Anabolika sind Stanozolol, Methyltestosteron und Methandienon.

In der DDR wurden diese Mittel teilweise sogar ohne Wissen der Athlethen eingesetzt und schädigen deren Gesundheit bis heute. Berüchtigt durch seine Anwendung bei DDR-Sportlern ist zum Beisiel Dehydrochlormethyltestosteron (Oral-Turabinol). Die Tabletten waren dort als „blaue Bohnen“ oder „blaue Blitze“ bekannt.

All diese Stoffe stören das Zusammenspiel der Geschlechtshormone in unserem Körper, das durch ein Rückkopplungsystem geregelt wird. Bei einer hohen Konzentration von Geschlechtshormonen im Körper sinkt die Ausschüttung der Gonadoreline aus dem Hypothalamus. Auf diese Weise hemmen auch von außen zugeführte Hormone die endogene Hormonfreisetzung.  Als Folge der negativen Rückkopplung bilden sich Eierstöcke und Hoden zurück.

Problematisch wird es beim Missbrauch von androgen wirkenden Anabolika: Hier können die Hoden auf Bohnengröße schrumpfen, außerdem leidet die Zeugungsfähigkeit.

Quelle: Prof. Dr. Klaus Mohr, Bonn. Professor Dr. Ulrike Holzgrabe, Würzburg, 6. bis 11. Februar 2011, Pharmacon Davos.

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