Kinder im Alter bis zu zwölf Jahren erhalten Paracetamol häufig in falscher Dosierung. Dabei verschreiben Ärzte älteren Kindern das Medikament oft in zu geringer Dosis, während bei kleinen Kindern Überdosierungen das Problem sind, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Für ihre im »British Journal of Clinical Pharmacology« erschienene Arbeit überprüften Forscher der Universität Ediburgh fast 4500 pädiatrische Paracetamol-Verordnungen schottischer Allgemeinärzte aus dem Jahr 2006 (doi: 10.1111/j.1365-2125.2011.03993.x). Auf fast jedem vierten Paracetamol-Rezept (23 Prozent) war der Wirkstoff fehldosiert.Für kleine Kinder, denen Paracetamol besonders häufig verordnet wurde, sah die Einnahmeempfeh­lung meist zu hohe Dosen vor. Bei Säuglingen im Alter zwischen einem und drei Monaten war sogar mehr als jede vierte Paracet­amol-Verordnung (27 Prozent) überdosiert. Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren erhielten dagegen in einem Viertel der Fälle zu wenig Paracetamol für ihr Alter und Gewicht. Jede achte Verordnung (15 Prozent) enthielt überhaupt keine Angaben zur Dosierung.

Paracetamol wird in Abhängigkeit von Körpergewicht und Alter dosiert, in der Regel mit 10 bis 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht (KG) als Einzeldosis. Um bei Kindern Fieber zu senken und Schmerzen zu lindern, sollte diese Dosis erreicht werden. Die Tagesgesamtdosis darf allerdings 60 mg/kg KG nicht überschreiten, da eine Überdosierung die Leber schädigen kann.

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