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Infektionen der Harnblase sind lästig. Sie verursachen ein Brennen beim Wasserlassen und führen zu häufigem Harndrang. Unbehandelt kann eine Blasenentzündung bis in die Niere aufsteigen.

Viel trinken hilft. Bei einer Blasenentzündung sollte man mindestens zwei Liter am Tag trinken – auch wenn das Wasserlassen zunächst schmerzhaft ist. Mit dem Harn werden Bakterien aus der Blase herausgespült.

Viele Patienten berichten von positiven Erfahrungen mit Blasen- und Nierentees, die zum Beispiel Bärentraubenblätter, Birkenblätter oder Schachtelhalmkraut enthalten. Gute Resultate erzielt man auch mit Cranberry-Präparaten (Vaccinium macrocarpon). Unkomplizierte Harnwegsinfekte sind für Frauen normalerweise ungefährlich. Halten die Beschwerden aber länger als fünf Tage an, ist ein Arztbesuch empfehlenswert. Ein Alarmzeichen ist, wenn der Harn durch Blut rot gefärbt ist. Blasenentzündungen bei Männern oder Kindern sollten immer ärztlich behandelt werden.

Der Arzt kann eine Blasenentzündung mit rezeptpflichtigen Antibiotika behandeln, die in der Regel nur wenige Tage lang eingenommen werden. Treten während der Behandlung Komplikationen wie Fieber, ein starkes Krankheitsgefühl oder Schmerzen in der Nierengegend auf, sollten Patienten erneut mit dem Arzt sprechen. Denn dann besteht Verdacht auf eine Entzündung der oberen Harnwege.

Frauen leiden häufiger unter Blasenentzündungen, weil durch die kürzere Harnröhre die Erreger leichter bis in die Blase aufsteigen können als bei Männern. Das Risiko steigt auch durch hormonelle Umstellungen, etwa in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren.

Die mehr als 1000 verschiedenen Bakterienarten in unserem Darm bilden ein feines Netzwerk im Zusammenspiel mit unserer Verdauung und unserem Immunsystem. Wiederholte Antibiotikagaben können diese „Symbiose“ empfindlich und nachhaltig stören, wie eine aktuelle Studie nun gezeigt hat.

Wissenschaftler der Stanford University School of Medicine beobachteten drei Frauen, die fünf Tage lang mit dem Breitbandantibiotikum Ciprofloxacin behandelt wurden. Nach sechs Monaten erhielten die Frauen erneut das Antibiotikum in demselben Dosierungsschema.

Verglichen wurde die Zusammensetzung der Darmflora anhand von mehr als 50 Stuhlproben sowohl vor als auch nach der Antibiotikagabe über insgesamt zehn Monate. Durch gentechnische Untersuchungen kamen David Relman und seine Kollegen zu folgendem Ergebnis: Während der ersten Antibiotikagabe nahm die Anzahl der Bakterienarten um ungefähr ein Drittel ab. Der entstandene „Platz“ im Darm wurde durch weniger häufige Spezies eingenommen. Nach ca. einer Woche stellte sich jedoch bei zwei der drei Frauen wieder die ursprüngliche Bakterienbevölkerung ein.

Die zweite Antibiotikagabe sechs Monate später hatte stärkere Auswirkungen auf die Bakterienzusammensetzung. Bei keiner der drei Probandinnen entwickelte sich die Darmflora zu ihrer ursprünglichen Form zurück. Die großen Veränderungen können schwerwiegende Folgen haben. So vermuten die Studienautoren, dass gutartige Bakterienarten komplett aus dem Darm entfernt werden können und im Kampf gegen schädliche Keime nicht mehr zur Verfügung stehen. Dieser Verlust der nützlichen Bakterien könnte erst Jahre später kritisch werden. Die Studie soll nicht nur auf die Folgen der Behandlung mit Ciprofloxacin, sondern allgemein auf die Wirkung von Antibiotika auf die Darmflora hinweisen.

Quelle: Dethlefsen, L., Relman, D. A.: Proc. Nat. Acad. Sci., Online-Vorabpublikation, DOI: 10.1073/pnas.1000087107

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