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Wie eine Auswertung von Studiendaten von mehr als 250.000 erwachsenen Europäern zeigt, begünstigt ein jahrelanger Alkoholkonsum von mehr als zwei Gläsern pro Tag bei Männern ein höheres Körpergewicht. Zudem besteht bei Männern und Frauen ein Zusammenhang zwischen dem Alkoholkonsum und einer Zunahme des Taillenumfangs.

In der Studie war dieser Effekt besonders bei Biertrinkern ausgeprägt, jedoch auch bei Weintrinkern sichtbar. Die Unterschiede im Bauchumfang sind nicht extrem groß. Dennoch sind sie eindeutig und könnten für die Gesundheit der Gesamtbevölkerung eine Rolle spielen.

Verschiedene Studien haben bereits den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum, dem Körpergewicht und der Körperfettverteilung untersucht. Die vorliegende Studie ist aber die erste, die das Langzeit-Trinkverhalten berücksichtigt.

Männer, die im Schnitt jahrelang viel Alkohol tranken, hatten in der vorliegenden Studie im Vergleich zu Männern, die durchschnittlich nur sehr wenig Alkohol konsumierten, einen um 1,1 cm größeren Bauchumfang. Der Body-Mass-Index (BMI) lag bei Vieltrinkern durchschnittlich bei 28,3, während Wenigtrinker im Schnitt einen BMI von 27,3 aufwiesen. Bei einer 1,80 m großen Person entspricht dies einem durchschnittlichen Gewichtsunterschied von mehr als drei Kilogramm.

Bei Frauen war der Unterschied im Bauchumfang sogar noch deutlicher ausgeprägt. Frauen, die über einen sehr langen Zeitraum mehr als zwei Gläser pro Tag tranken, hatten im Schnitt einen um ca. 1,5 cm größeren Taillenumfang als Frauen, die nur sehr wenig oder gar keinen Alkohol konsumierten. Dagegen unterschied sich der durchschnittliche BMI von viel und sehr wenig trinkenden Frauen kaum. Dies weist darauf hin, dass ein hoher Alkoholkonsum besonders bei Frauen die Körperfettverteilung ungünstig beeinflusst, das heißt, die Ansammlung von Körperfett im Oberbauch begünstigt.

Dieses Ergebnis deckt sich zum Teil mit einer früheren Auswertung der Potsdamer EPIC-Studiendaten, die ebenfalls den Bierkonsum bei Männern mit einem durchschnittlich höheren Körpergewicht in Verbindung brachte. Die EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) ist eine prospektive Studie, die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Krebs und anderen chronischen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes untersucht. An der Studie sind 23 administrative Zentren in zehn europäischen Ländern mit insgesamt 519.000 Studienteilnehmern im Erwachsenenalter beteiligt. Die Potsdamer EPIC-Studie ist mit mehr als 27.000 Teilnehmern ein Teil der EPIC-Studie.

Neu an der jetzigen Auswertung auf europäischer Ebene ist die Erkenntnis, dass sich der Alkoholkonsum gerade bei Frauen auf den Bauchumfang auswirkt, während bei Männern sowohl das allgemeine Übergewicht als auch der Bauchumfang betroffen sind. Trinken Frauen viel Alkohol, kann sich ihr Körperbild langfristig merklich verändern. Nimmt der Taillenumfang zu, steigt auch das Erkrankungsrisiko für Typ-2-Diabetes, bestimmte Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Literatur: Bergmann, M. M., et al.: Eur. J. Clin. Nutr. 2011; Online DOI:10.1038/ejcn.2011.70.

 

Zu viel Bauchfett ist nicht nur ein optisches, sondern auch ein metabolisches Problem, denn die Fettzellen stören den Stoffwechsel.

Der Bauchumfang ist ein Risikofaktor für die Entwicklung des metabolischen Sydroms, wie das „tödliche Quartett“ aus Fettleibigkeit, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck bezeichnet wird. Durch das Zusammenspiel dieser Faktoren erhöht sich das Risiko für atherosklerotische Gefäßerkrankungen, wie Herzinfarkt und Schlaganfall.

Besonders gefährlich ist das weiße Fettgewebe in den Ansammlungen am Bauch („Bierbauch“) und an den Eingeweiden. Dessen Fettzellen dienen nicht nur als passive Energiespeicher, sondern haben auch einen regen Stoffwechsel. Sie überschwemmen den Organismus mit freien Fettsäuren und verschiedenen proinflammatorischen Signalmolekülen, unter anderem TNF alpha und den Adipozytokinen Resistin, Leptin und Adiponektin.

Diese Adipozytokine hemmen die Wirkung des Stoffwechselhormons Insulin, unter anderem, indem sie im Muskelgewebe die Insulin-Rezeptorfunktion und die Signaltransduktion reduzieren. Als Folge kommt es an den Zellen von Muskel- und Fettgewebe zur Insulinresistenz und einer gestörten Glucosetoleranz. Um die Insulinresistenz zu kompensieren, produziert die Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin. Die vermehrte Insulinausschüttung führt zu Heißhunger und fördert Fettaufbau und Übergewicht. Das Fett fördert wiederum die Störungen, ein Teufelskreis entsteht.

Können die Betazellen der Bauchspeicheldrüse die verminderte Insulinwirkung nicht mehr durch eine erhöhte Ausschüttung ausgleichen, steigt der Blutzucker. Durch die Überlastung gehen die insulinproduzierenden Betazellen zugrunde und ein Typ-2-Diabetes entsteht.

Quelle: Prof. Dr. Dieter Steinhilber, Frankfurt/M., 7. Februar 2011, Pharmacon Davos

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