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Eine rezente Studie widerlegt die These, Frauen könnten besser als Männer verschiedene Dinge gleichzeitig erledigen.

Wer Multitasking betreibt, riskiert schlechtere Leistungen, erhöhte Anspannung und steigert das Unfallrisiko – das Geschlecht spielt dabei keine Rolle. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

Anspannung und Fehlerrate steigen

An der Studie nahmen 32 männliche und ebenso viele weibliche Personen im Alter von 21 bis 60 Jahren teil. Sie sollten bei einer Fahrsimulation bei Signalen die Spur wechseln. Zudem wurde eine Bürotätigkeit nachgestellt. Die Probanden sollten per Knopfdruck entscheiden, ob Wörter, die sie auf dem Bildschirm sahen, Rechtschreibfehler enthielten oder nicht. Beide Aufgaben wurden zunächst ohne, dann mit einer Zusatzaufgabe erledigt. Bei der Fahraufgabe sollten die Versuchspersonen etwa eine Telefonnummer ins Mobiltelefon tippen oder eine Wegbeschreibung vorlesen.

Dabei zeigte sich, dass die Fahrleistung unter Multitasking-Bedingungen schlechter wurde. Männer und Frauen waren angespannter, und ihr Herz schlug schneller. Bei der Büroaufgabe zeigte sich ebenfalls eine Leistungsverschlechterung, sobald eine weitere Aufgabe parallel bewältigt werden musste. Auch hier fühlten sich die Probanden angespannter.

Die Männerwelt darf also aufatmen.

Warum Frauen weniger stressresistent sind als Männer, haben nun US-amerikanische Forscher entdeckt: Das weibliche Gehirn reagiert sensitiver auf Stresshormone und zeigt auch deutlich später eine Gewöhnungsreaktion als das männliche. Dies berichten Rita Valentino und ihre Kollegen vom Children’s Hospital in Philadelphia im Fachjournal »Molecular Psychiatry« (doi: 10.1038/mp.2010.66).

Eine wichtige Rolle spielt dabei der Corticotropin Releasing Factor (CRF), der die Ausschüttung von Stresshormonen induziert. Die Forscher setzten Ratten Stresssituationen aus und untersuchten dann die Bindung von CRF an seinen Rezeptor.

Diese fiel bei weiblichen Tieren stärker aus als bei männlichen, die entsprechend weniger stark auf das Hormon reagierten. Zu­dem trat bei den Männchen relativ rasch ein Gewöhnungseffekt auf: Durch eine sogenannte Internalisierung reduzierten die Neu­ronen die Zahl der CRF-Rezeptoren auf der Zelloberfläche. Bei Weibchen trat dieser Effekt nicht auf, weil ein für die Internali­sierung wichtiges Protein nicht an den CRF-Rezeptor binden konn­te. Weibliche Ratten waren daher stärker und länger ge­stresst. Ob die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind, ist unklar. Der physiologische Unterschied könnte allerdings er­klären, warum Frauen etwa doppelt so häufig an stressbeding­ten Erkrankungen wie Depression oder posttraumatische Belastungsstörung leiden wie Männer.

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