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Wie alt man wird, liegt in den Genen. Wissenschaftler der Boston University sind in einer so genannten Genom-weiten Assoziationsstudie an mehr als tausend über 100-Jährigen auf Genvarianten gestoßen, die mit Langlebigkeit verbunden sind.

Sie machten bei den hochbetagten Personen insgesamt 150 Polymorphismen von Nukleotiden aus, die als ein Indiz für Langlebigkeit gewertet werden können. Diese Polymorphismen gruppierten sie zu 19 unterschiedlichen Kombinationen, die auf  90% der Testpersonen zutrafen. So kamen die US-Forscher zu einer Art Genom-Profil. Auf Basis dieses Testmodells stellten sie die relevanten Genabschnitte von langlebigen und „normallebigen“ Menschen gegenüber. Sie ermittelten eine Wahrscheinlichkeit von 77 Prozent, dass die Genomtestung die Individuen der richtigen Gruppe – langlebig oder nicht – zuwies.

Das Team um Paola Sebastiani und Thomas Perls schätzt, dass fast jeder siebte Mensch über eine Genkonstellation für Langlebigkeit verfügt. Doch nur jeder Hundertste wird tatsächlich so alt. Dass die anderen Begünstigten früher sterben, könne an ihrer Ernährung, Bewegungs- oder Schlafmangel, Alkohol, Zigaretten oder Unfällen liegen, meinen die Experten. Der weltweit älteste Mensch ist mit 114 Jahren derzeit Eugenie Blanchard. Sie lebt auf der Karibikinsel Guadeloupe. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt beträgt für deutsche Frauen derzeit rund 82 Jahre, für Männer nur 76 Jahre.

Quelle: Sebastiani, P. et al.: Genetic Signatures of Exceptional Longevity in Humans. Science, DOI: 10.1126/science.1190532

Die Lebenserwartung ist wohl auch eine Frage der Gene. Forscher um Thomas Perls von der US-amerikanischen Boston University identifizierten gleich 150 Erbgutmerkmale, die für ein langes Leben zu sorgen scheinen. Das belegt ihre Veröffentli­chung im Fachjournal »Science« (doi: 10.1126/science.11905 32). Dafür wurde von 1055 Hochbetagten das Erbgut unter­sucht und mit dem von 1267 jungen Kon­trollpersonen ver­glichen. Dabei zeigte sich, dass besonders alte Studien­teil­nehmer auch besonders viele der 150 maßgeblichen Genvari­anten trugen. Zudem scheint sich mithilfe dieser Marke die Lebenswerwartung mit 77-prozentiger Treffsicherheit vorhersagen zu lassen. Allerdings betonen die Autoren, dass die tatsächliche Lebensdauer stets das Resultat von Genen und Umweltfaktoren sei. Und zumindest Letztere kann jeder selbst beeinflussen.

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