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Die Lebenserwartung ist wohl auch eine Frage der Gene. Forscher um Thomas Perls von der US-amerikanischen Boston University identifizierten gleich 150 Erbgutmerkmale, die für ein langes Leben zu sorgen scheinen. Das belegt ihre Veröffentli­chung im Fachjournal »Science« (doi: 10.1126/science.11905 32). Dafür wurde von 1055 Hochbetagten das Erbgut unter­sucht und mit dem von 1267 jungen Kon­trollpersonen ver­glichen. Dabei zeigte sich, dass besonders alte Studien­teil­nehmer auch besonders viele der 150 maßgeblichen Genvari­anten trugen. Zudem scheint sich mithilfe dieser Marke die Lebenswerwartung mit 77-prozentiger Treffsicherheit vorhersagen zu lassen. Allerdings betonen die Autoren, dass die tatsächliche Lebensdauer stets das Resultat von Genen und Umweltfaktoren sei. Und zumindest Letztere kann jeder selbst beeinflussen.

Zuschauer, die jeden Tag mindestens vier Stunden vor dem Fernseher hängen, leben nicht so lange. Davor warnen australische Ärzte. Schuld ist allerdings nicht das Fernsehen selbst, sondern die mangelnde Bewegung während des langen Sitzens auf dem Sofa, schreiben David Dunstan vom Herz- und Diabetesinstitut in Melbourne und seine Kollegen im US-Fachjournal «Circulation». Sie hatten 8800 Australier über sechs Jahre beobachtet und untersucht. Wer jeden Tag mehr als vier Stunden vor dem Flimmerkasten saß, hatte ein fast doppelt so hohes Risiko, vorzeitig an Herzkreislaufleiden zu sterben, wie Leute, die weniger als zwei Stunden am Tag fernsahen, berichten die Forscher.


Problem sei das regungslose Sitzen. «Dann bewegen sich die Muskeln nicht, wir verbrennen keine Energie», erläuterte Dunstan. Das behindere den Stoffwechsel. «Die Risiken durch das lange Sitzen werden nicht unbedingt dadurch reduziert, dass der Betroffene mehr Sport treibt», unterstrich er. «Selbst Leute, die Sport trieben, hatten ein höheres Risiko, früh zu sterben, wenn sie zu anderen Zeiten des Tages lange vor dem Fernseher saßen.» Insgesamt starben knapp anderthalb Mal so viel von den Vielguckern. Wenn man alle Todesursachen berücksichtigt, war das Sterberisiko von Dauerfernsehern in der Studie rund anderthalb Mal so hoch wie bei Probanden mit wenig Fernsehkonsum.

Die Botschaft sei klar: um gesund zu leben, müsse man Sport treiben und langes Sitzen vermeiden. «Denken Sie daran, sich mehr und öfter zu bewegen.» Das gelte auch bei der Arbeit, betonten die Forscher. Sie schlugen Firmen vor, einen zentralen Papierkorb oder eine zentrale Postsammelstelle einzurichten, damit Mitarbeiter öfter am Tag aufstehen und sich bewegen müssen.

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