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Zu viel Bauchfett ist nicht nur ein optisches, sondern auch ein metabolisches Problem, denn die Fettzellen stören den Stoffwechsel.

Der Bauchumfang ist ein Risikofaktor für die Entwicklung des metabolischen Sydroms, wie das „tödliche Quartett“ aus Fettleibigkeit, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck bezeichnet wird. Durch das Zusammenspiel dieser Faktoren erhöht sich das Risiko für atherosklerotische Gefäßerkrankungen, wie Herzinfarkt und Schlaganfall.

Besonders gefährlich ist das weiße Fettgewebe in den Ansammlungen am Bauch („Bierbauch“) und an den Eingeweiden. Dessen Fettzellen dienen nicht nur als passive Energiespeicher, sondern haben auch einen regen Stoffwechsel. Sie überschwemmen den Organismus mit freien Fettsäuren und verschiedenen proinflammatorischen Signalmolekülen, unter anderem TNF alpha und den Adipozytokinen Resistin, Leptin und Adiponektin.

Diese Adipozytokine hemmen die Wirkung des Stoffwechselhormons Insulin, unter anderem, indem sie im Muskelgewebe die Insulin-Rezeptorfunktion und die Signaltransduktion reduzieren. Als Folge kommt es an den Zellen von Muskel- und Fettgewebe zur Insulinresistenz und einer gestörten Glucosetoleranz. Um die Insulinresistenz zu kompensieren, produziert die Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin. Die vermehrte Insulinausschüttung führt zu Heißhunger und fördert Fettaufbau und Übergewicht. Das Fett fördert wiederum die Störungen, ein Teufelskreis entsteht.

Können die Betazellen der Bauchspeicheldrüse die verminderte Insulinwirkung nicht mehr durch eine erhöhte Ausschüttung ausgleichen, steigt der Blutzucker. Durch die Überlastung gehen die insulinproduzierenden Betazellen zugrunde und ein Typ-2-Diabetes entsteht.

Quelle: Prof. Dr. Dieter Steinhilber, Frankfurt/M., 7. Februar 2011, Pharmacon Davos

Wer auf seine Zähne achtet, tut auch etwas für Herz, Gehirn und Gefäße. Dies geht aus einer Studie hervor, die Forscher um Cesar de Oliveira und Mark Hamer vom University College London im »British Medical Journal« (2010; 340: c2451) veröffentlichten.

Sie befragten fast 12 000 Personen mit einem Durchschnittsalter von 50 Jahren zu ihrer Mundhygiene und beobachteten sie über acht Jahre. In diesem Zeitraum traten bei 555 Studienteilnehmern kardiovaskuläre Ereignisse auf, 170 davon endeten tödlich. Unter kardiovaskuläre Ereignisse fallen Herzinfarkt, Schlaganfall und pAVK.

Bei Personen, die sich ihre Zähne nur einmal am Tag putzten, war das Risiko für ein kardiovaskuläres Er­eignis um 30 Prozent erhöht. Bei noch seltenerem Putzen sogar um 70 Prozent. Ähnliches zeigt sich bei der Sterberate aufgrund von kardiovaskulären Er­eignissen. Diese war bei einmal täglichem Zähneput­zen um 10, bei seltenerem Putzen um 50 Prozent er­höht. Teilnehmer mit schlechter Mundhygiene hatten zusätzlich erhöhte Werte von Entzündungspara­me­tern wie C-reaktives Protein und Fibrinogen. Ob sel­tenes Zähneputzen der Auslöser oder nur ein Risiko­faktor für kardiovaskuläre Erkrankungen ist, soll in weiteren Studien geklärt werden.

Ein kleines Stück Schokolade am Tag kann das Leben verlängern. Das haben Wissenschaftler des Deutschen Institutes für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam herausgefunden.

Sechs Gramm dunkle Schokolade am Tag senkten den Blutdruck innerhalb von zwei bis drei Tagen nachweislich, schreiben die Forscher im »European Heart Journal« (doi: 10.1093/eurheartj/ehq068). Das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko sei bis zu 39 Prozent geringer als bei Menschen, die nur sehr wenig oder keine Schokolade äßen. Ursache seien wahrscheinlich die Flavanole im Kakao der Schokolade. Bei dunkler Schokolade mit hohem Kakaoanteil sei der Effekt deshalb größer als bei Vollmilchvarianten. Flavanole erhöhen den Blutspiegel von Stickstoffmonoxid und wirken sich so positiv auf das Gefäßsystem aus: Das Gas signalisiert den Arterien, sich zu entspannen und zu öffnen. Vor exzessivem Schokoladengenuss wurde jedoch gewarnt: Übergewicht oder gar Fettleibigkeit lassen das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko deutlich steigen. Daher empfehlen die Potsdamer Wissenschaftler, auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung zu achten. »Lieber ein Stück Schokolade essen und dafür auf Snacks zwischendurch verzichten«, rät Ernährungsepidemiologe Dr. Brian Buijsse vom DifE, Erstautor der Studie.

In die Analyse waren von 1994 an Daten von mehr als 19 300 Menschen aus Potsdam und der Umgebung einbezogen worden. Die Männer und Frauen zwischen 35 und 65 Jahren beantworteten den Wissenschaftlern alle zwei bis drei Jahre Fragen zu ihrem Gesundheitszustand. Zudem ließen sie die Wissenschaftler alle fünf Jahre wissen, wie ihr Speiseplan aussieht.

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