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Wer lacht, ist weniger schmerzempfindlich

Lachen vertreibt Kummer und Sorgen – und Schmerzen. Vermutlich, weil der Körper dabei Glückshormone aus­schüttet, die das Schmerz­empfinden dämpfen. Wie sich das experimentell nachweisen lässt, zeigen Forscher der Oxford-Universität.

Lach-Schmerz-Tests im Labor

Das Team um Robin Dunbar lud 15 Frauen und 20 Männer zum Filmegucken ein. Allein oder in der Gruppe sah sich die eine Hälfte eine Komödie an, die andere verfolgte indes eine Dokumentation. Zunächst beobachteten die Forscher, wie stark und wie viel alle Teilnehmer lachten. Erwartungsgemäß lachten die Komödiengucker mehr als die Dokugucker – aber auch das in unterschiedlichem Maße.

Anschließend überprüften die Wissenschaftler, wie sich das individuelle Lachverhalten auf das persönliche Schmerzempfinden auswirkt. Dafür wandten die Forscher zwei Methoden an: Entweder sie pumpten eine Blutdruck­manschette am Oberarm der Patienten bis zum Anschlag auf oder sie legten ihnen eine minus 16 Grad kalte Manschette um, die man eigentlich zum Weinkühlen verwendet.

Viel lachen – weniger Schmerz spüren

Die Frage, die es nun zu beantworten galt: Wie lange halten die einzelnen Teilnehmer den Schmerz aus? Die Antwort: umso länger, je intensiver sie lachen. Denn diejenigen, die sich gut amüsiert hatten, hielten dem Schmerz deutlich länger stand als die, die wenig zu lachen hatten.

Dieser Effekt lässt sich wahrscheinlich auf die vermehrte Produktion von Glückshormonen wie Endorphine zurück­führen. „Wir vermuten, dass die körperliche Aktion beim Lachen die Aktivierung des Endorphin-Systems in Gang setzt“, erklären die Wissenschaftler. Je mehr solcher Botenstoffe das Gehirn bildet, umso weniger Schmerzen nimmt man schließlich wahr.

Lachen als Schmerztherapie?

Möglicherweise kann man Schmerzen sogar weglachen. Wenn Sie also mal wieder Kopfschmerzen plagen, dann machen Sie es sich doch bei einer guten Komödie auf dem Sofa bequem. Möglichst auch nicht allein, denn Lachen steckt ja bekanntermaßen an. Wer weiß, vielleicht ver­schwinden die Schmerzen schneller als Sie denken. Einen Versuch wäre es in jedem Fall wert.

 

Wenn es im Kopf hämmert, im Rücken zieht oder sich die Gelenke nur widerwillig beugen lassen, sind Schmerzmittel ein wahrer Segen. Aber wie finden diese Arzneimittel so zielgenau zum Ort des quälenden Geschehens?

Das aus dem Schlafmohn gewonnene Opium kann man als das älteste Schmerzmittel überhaupt bezeichnen. Es wirkt direkt im Gehirn und den schmerzleitenden Nerven im Rückenmark. Dort zieht es quasi den Stecker, sodass Schmerzreize aus dem gesamten Körper nicht mehr durchdringen. Dadurch dämpft es den Schmerz sehr stark, aber ungenau und mit enormen Nebenwirkungen.

Darauf aufbauend arbeiten Heilkundige und Wissenschaftler seit Jahrhunderten daran, „intelligentere“ Schmerzmittel zu entwickeln. Also solche, die nicht gleich den kompletten Menschen lahmlegen, sondern wissen, wo sie im Körper gebraucht werden. Mit Erfolg!

Die in Weidenrinde enthaltene Salicylsäure war Ausgangspunkt für das bis heute erfolgreichste Schmerzmittel weltweit: die Acetylsalicylsäure, abgekürzt ASS. Diese Substanz verhindert, dass der Körper sogenannte Prostaglandine bildet, die Schmerzen und Entzündungen vorantreiben. Weniger Prostaglandine = weniger Schmerz. Das funktioniert sehr gut, und die Nebenwirkungen sind überschaubar, wenn man den Wirkstoff nur gelegentlich einnimmt.

Mittlerweile gibt es eine Reihe von Substanzen, die auf ähnliche Weise wirken. Unter anderem gehören Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen dazu. Noch treffsicherer als ihr „Urahn“ ASS knöpfen sie sich im Körper Entzündungsherde vor. Sie werden von ihnen geradezu angezogen.

Für viele Schmerzarten sind heute Arzneimittel ohne Rezept erhältlich. Der Apotheker kann je nach Ursache ein geeignetes Mittel empfehlen. Nervenschmerzen, sehr starke oder häufig wiederkehrende Schmerzen gehören jedoch in die Obhut eines Arztes. Er klärt, was dahinter steckt und entwirft eine maßgeschneiderte Schmerztherapie.

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