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Wer auf eine Prüfung lernt, sollte zwischendurch immer mal wieder für stressige Situationen sorgen. Einem von amerikanischen Forschern durchgeführten Tierversuch zufolge erinnert man sich durch den Stress besser an das zuvor Gelernte.

Im Rahmen ihrer Untersuchungen ließen Wissenschaftler um Rachel Jones Mäuse durch ein Labyrinth laufen. Nach dem ersten Durchgang setzten sie eine Hälfte der Tiere in ein Wasserbecken, das so viel Wasser enthielt, dass sie schwimmen mussten. Die andere Hälfte wurde in ein Becken gesetzt, dessen Wasserstand so niedrig war, dass die Tiere hindurchwaten konnten. Anschließend mussten alle Mäuse erneut in das Labyrinth. Ergebnis: Die Tiere, die zuvor schwimmen mussten und damit Stress ausgesetzt waren, erinnerten sich deutlich besser an den Weg durch das Labyrinth als ihre nicht gestressten Artgenossen.

„Unsere Resultate zeigen, dass Stress das Gedächtnis aktivieren kann, selbst wenn die Erinnerungen nicht mit der Stresssituation in Verbindung stehen“, kommentiert Jones das Ergebnis. Sie will nun in weiteren Versuchen herausfinden, ob diese Verknüpfung auch im Hinblick auf Angststörungen eine Rolle spielen und sich damit möglicherweise ein neuer Ansatz zur Behandlung derartiger Störungen entwickeln lässt.

Quelle: Jones, R. et al.: PLoS Biol 8 (12): e1001007; DOI:10.1371/journal.pbio.1001007

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Warum Frauen weniger stressresistent sind als Männer, haben nun US-amerikanische Forscher entdeckt: Das weibliche Gehirn reagiert sensitiver auf Stresshormone und zeigt auch deutlich später eine Gewöhnungsreaktion als das männliche. Dies berichten Rita Valentino und ihre Kollegen vom Children’s Hospital in Philadelphia im Fachjournal »Molecular Psychiatry« (doi: 10.1038/mp.2010.66).

Eine wichtige Rolle spielt dabei der Corticotropin Releasing Factor (CRF), der die Ausschüttung von Stresshormonen induziert. Die Forscher setzten Ratten Stresssituationen aus und untersuchten dann die Bindung von CRF an seinen Rezeptor.

Diese fiel bei weiblichen Tieren stärker aus als bei männlichen, die entsprechend weniger stark auf das Hormon reagierten. Zu­dem trat bei den Männchen relativ rasch ein Gewöhnungseffekt auf: Durch eine sogenannte Internalisierung reduzierten die Neu­ronen die Zahl der CRF-Rezeptoren auf der Zelloberfläche. Bei Weibchen trat dieser Effekt nicht auf, weil ein für die Internali­sierung wichtiges Protein nicht an den CRF-Rezeptor binden konn­te. Weibliche Ratten waren daher stärker und länger ge­stresst. Ob die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind, ist unklar. Der physiologische Unterschied könnte allerdings er­klären, warum Frauen etwa doppelt so häufig an stressbeding­ten Erkrankungen wie Depression oder posttraumatische Belastungsstörung leiden wie Männer.

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